Die Geschichte
Die handwerliche herstellung
 
 
1 | 2 »
 

Ein notarieller Akt aus dem Jahre 1759 gibt eine genaue Beschreibung einer Papierfabrik jener Zeit. Der Komplex war aus abgegrenzten Abteilungen aufgebaut: dem Bereich des „pile“, der Wannen, jenem des Beckens, dem des „stracciaturo“, des Zerrupfens also, des Kessels der Wertstatt, des „asciugaturo“, also des Trocknens und dem des ulterioren Trockens (spannituro)“.

Grundsätzlich bestand das Material aus Baumwollfetzen, Leinen oder Sackleinen, die in Wannen aus Stein eingebracht wurden, genannt „pile“.
In den mit Wasser gefüllten Wannen wurden die Lumpen von einer Anzahl Rammen aus Holz zu Brei verarbeitet. Am Ende der Rammen waren Spitzen aus Eisen angebracht, die entweder in der großen Schmiede in Tal selbst oder in Pogerola angefertigt wurden.

Magli

Die Zeit des Stampfens und die Form und Abmessung der Spitzen bestimmte die Konsistenz des Breis und in der Konsequenz die Qualität des Papiers.
Die Rammen wurden über ein Rad vom Wasser bewegt, das seine Kraft über einen Transmissionsbaum, dem „fuso“, übertrug.

Danach wurde den so gewonnene Brei in ein großes mit Majolika ausgekleidetes Becken gefüllt, gemischt und mit Bleichmitteln versetzt, unter Zusatz eines Knochenleims, der in dem entsprechenden Kessel zubereitet wurde.

Die Arbeiter tauchten dann mit nackten Händen die „forma“ ins Becken, eine Art Sieb aus Bronze oder Messingfäden, mit einem Rahmen aus Holz, dem „cassio“ (was soviel wie Kasten heißt) das dann mit dem Brei bedeckt war, von dem das Wasser floss.
Mit einer Form im Zentrum wurde das Wasserzeichen eingebracht, die eigentliche Marke, die nur im Gegenlicht erkennbar war. Es diente nicht nur als Hausmarke, sondern auch zur Unterscheidung der Papiertypen. Auch heute noch finden wir im Papiermuseum Beispiele der alten Filigranformen, deren Hauptmotive das Wappen Amalfis war, der Anker und die Wappen der Adelsfamilien.

 
 
1 | 2 »